Wallfahrt und Orgelbau. Das „Wunder von Gottsbüren“ ließ Pilger strömen.
Unweit von Gottsbüren, unterhalb des Fischteiches Keßpfuhl, mündet der Fuldebach in die Holzape. Zuvor quert er den kleinen Ort. Als „Buria“ erwähnt, soll Gottsbüren als Siedlung bereits im 9. Jahrhundert existiert haben. Gottsbüren liegt an dem alten Königsweg zur Weser hin, der im Mittelalter Teil des Pilgerweges nach Santiago de Compostela war. Um 1330 ist von einem Wunder die Rede: Der Leichnam Christi, nach anderen Darstellungen eine blutende Hostie, soll in den Wäldern um Gottsbüren gefunden worden sein. Zeitnah setzt eine florierende Wallfahrt ein, Pilgerströme und reichlich fließende Spenden lassen Ort und Region aufblühen. Das nahegelegene Kloster Lippoldsberg entsandte Nonnen, um die Pilgerströme zu organisieren. Mithilfe der großen finanziellen Einnahmen begann der Bau der bis heute erhaltenen und restaurierten Wallfahrtskirche. Dem Schutz der Wallfahrer diente in Folge die 1334 erbaute Zapfenburg – die heutige Sababurg. Neben Land- und Forstwirtschaft, Holzverarbeitung und Töpferei prägte einst vor allem der Orgelbau der Familien Kohlen, Heeren, Kuhlmann und Euler das wirtschaftliche Leben Gottsbürens. Seit 1775 legt die Heeren/Euler Orgel in der Wallfahrtskirche davon Zeugnis ab. Die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Gottsbüren hat historische Pilgerwege in der Umgebung von Gottsbüren als Rundwanderwege mit Hinweistafeln gestaltet. Der Eco-Pfad Gottsbüren verweist zudem mit Informationen auf Wallfahrtskirche, Gottsbürener Orgelbau sowie nahe gelegene mittelalterliche Siedlungen im nördlichen Reinhardswald.
Flyer Eco Pfad Pilgerwege Gottsbüren

Ein Kommentar zu “Gottsbüren”
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